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FILMOGRAFIE - eine Auswahl

In Vorbereitung: Dokumentarische Langzeitbeobachtung 'DIE JUNGS'

Der Film begleitet eine Freundesgruppe von 5 Hamburger Jungs, während sie chillen, reisen, tanzen oder einfach nur reden. Dabei geht es um das existenziell Wichtigste: Freundschaft, Liebe, Arbeit, Familie. Und die Angst vor dem Verlust all dieser Dinge in bedrohlichen Zeiten. Das Jahr ist 2005, die Jungs sind Anfang 20. Mithilfe einer zurückhaltend-beobachtenden Drehweise und einem starken persönlichen Bezug erschließen sich 5 Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber trotzdem dicke Freunde sind.

Und heute? Wer sind diese Jungs 10 Jahre später? Was ist aus ihren Träumen, Wünschen und Lebensvorstellungen von damals geworden? Und nicht zuletzt: Sind sie immer noch Freunde?

Wunderwerk Wald

15 Filme über naturnahe Waldwirtschaft im Auftrag der Stadt Lübeck, 2013/2014
Wir laufen mit unserer Kamera durch einige der vielen Buchenwälder in der Nähe von Lübeck und staunen. Woran liegt es, dass diese Wälder so märchenhaft schön sind? Vielleicht weil die Bäume hier nicht ordentlich in Reih und Glied stehen. Stattdessen dürfen alte neben jungen wachsen, und überall liegen abgestorbene Äste herum. Die Waldbäche sind nicht wie anderswo begradigt worden, sondern schlängeln sich in ihren jahrtausendealten Bachläufen zwischen vielen betagten Eichen, Buchen und Eschen hindurch. So bieten diese „Waldmeister-Buchenwälder“ einen Anblick, der unserem nordeuropäischen, von der Romantik geprägten Wald-Ideal näher kommt als manch ein sauber aufgeräumter, konventionell bewirtschafteter Wald in der Region.

Doch diese Wohltat für das Auge der Waldbesucher ist nicht das Hauptziel, sondern nur ein erfreulicher Nebeneffekt für die Lübecker Förster: Ihnen geht es zuallererst um die Erhaltung und die naturnahe, nachhaltige Bewirtschaftung dieser Wälder, die - verstreut im großen Umkreis um Lübeck herum – meist schon im Mittelalter in den Besitz der Hansestadt kamen.

Heute setzt man in Lübeck weder auf energie-intensive Kahlschläge, noch auf aufwendige und kostspielige Neupflanzungen. Stattdessen erlaubt man dem Wald, sich selbst durch natürliche Aussamung zu verjüngen. Zusammen mit Biologen der Universität Kiel beobachten die Lübecker Förster einzelne Waldstücke, die sie schon seit einigen Jahren ganz in Ruhe lassen. Hier zeigt sich, was die Natur von alleine macht: Zum Beispiel, welche Baumarten unter den spezifischen regionalen Bedingungen am besten gedeihen und auch dem Klimawandel noch relativ gut trotzen können. Nicht zuletzt verweigern sich die Förster vom Stadtwald Lübeck dem Druck von Industrie und Politik, vermehrt Holz einzuschlagen: In ihren Wäldern darf nur so viel Holz geerntet werden wie auch wieder nachwachsen kann.

Mittlerweile ist das Lübecker Konzept der naturnahen Waldwirtschaft auch in internationalen Fachkreisen bekannt dafür, dass es mit erstaunlich wenig forstlichen Eingriffen bemerkenswert schwarze Zahlen schreibt. Greenpeace und andere Umweltverbände empfehlen Lübeck als nachahmenswertes Modellprojekt für eine Waldwirtschaft, die das Klima schont, unzähligen Waldorganismen Lebensraum bietet und nicht zuletzt auch den menschlichen Besuchern gefällt.

Neben einem 36-minütigen Hauptfilm über das gesamte Konzept, widmen sich 14 kürzere Filme den wichtigsten Teil-Aspekten der Lübecker Forstwirtschaft. Alle Filme sind über den Stadtwald Lübeck zu beziehen: www.stadtwald.luebeck.de

Klimawelten

Dokumentarfilm (63 Min.) ZDF/arte 2012
Der Film begleitet zwei junge Ethnologinnen bei ihrer Feldforschung an Orten, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: die kapverdische Insel Boa Vista vor der westafrikanischen Küste, wo es immer schneller noch heißer und noch trockener wird, und Churchill an der Hudson Bay im hohen Norden Kanadas, wo es zwar immer noch sehr kalt – aber längst nicht mehr kalt genug ist. Zum Beispiel für die Wappentiere von Churchill, der „Welthauptstadt der Eisbären“.

Jelena Adeli aus München und Claudia Grill aus Wien gehören zu einem Team von jungen Kultur- und Sozialwissenschaftlern, die durch ihre fast zwei Jahre andauernde teilnehmende Bobachtung erfahren wollen, wie die Bewohner der jetzt schon besonders betroffenen Regionen jenes Phänomen deuten und erleben, das im öffentlichen Diskurs der industrialisierten Welt mit Begriffen wie global warming oder Klimawandel umschrieben wird. So taucht Jelena Adeli zwei Jahre lang tief hinein in die Lebenswelt von dürregeplagten afrikanischen Bauern und Fischern auf Boa Vista. Zusammen mit der jungen Doktorandin lernen wir eine Reihe von lokalen Persönlichkeiten kennen. Zum Beispiel die Fischverkäuferin Tonia, die an manchen Tagen umsonst zum Hafen geht. Denn es gibt kaum noch Fische im viel zu warmen (und von ausländischen Fangflotten leergeräumten) Meer von Boa Vista.

Claudia Grill teilt die Lebenswelt ihrer Gesprächspartner am Rand der kanadischen Arktis auf besonders eindrückliche Weise. Die Wienerin lässt sich von „ihren“ Jägern, Fallenstellern und Hundeschlittenführern nicht nur Geschichten erzählen - über die Jagd auf Elche, Karibus und Eisbären, die Schlittenhunde töten, weil das Eis zu brüchig ist, um Robben zu fangen. Die handfeste Wissenschaftlerin packt beim Jagen und Fallenstellen auch selbst mit an und kann am Ende sogar ein eigenes Hundeschlittenteam führen.

Während die beiden Forscherinnen derart intensiv am Alltag ihrer Gesprächspartner teilnehmen, wollen sie herausfinden, ob die Zunahme von Dürre oder schmelzendem Eis von den Menschen der Region überhaupt wahrgenommen wird - und wenn ja: wie diese Veränderungen lokal gedeutet werden. Zum Beispiel als Strafe Gottes? Oder – ähnlich wie vielerorts in der industrialisierten Welt - als eine Art Wetterkapriole, die es „immer schon mal gegeben hat“? Claudias und Jelenas Ergebnisse sind verblüffend, wenn man bedenkt, dass ihre beiden Forschungsregionen heute zu den am stärksten von der Erderwärmung betroffenen Teilen der Welt zählen: So deuten die meisten von Claudias Gesprächspartnern das schmelzende Meer- und Landeis weder als von Menschen verursacht, noch als Bedrohung, sondern als Auswuchs natürlicher Kreisläufe. Nur 300 km weiter nördlich trifft Claudia dann auf Inuit, die das große Schmelzen aus einer wiederum ganz anderen, nicht minder überraschenden Perspektive betrachten....

The social facts of climate change – an ethnographic approach

Deutsche Forschungsgemeinschaft 2012 (22 Min.)
The film portrays the Junior Research Group “Climate Worlds” – an initiative of the Institute for Advanced Studies in the Humanities in Essen and the University of Bielefeld . Initially this project set out to study the way in which people in areas worst affected by climate change perceive and deal with its effects. However, the main focus of the film is a central methodological problem that the project´s four young ethnographers and political/social scientists were faced with when they entered their field: They realized that this abstraction called climate change can - even if it affects the whole globe - only be perceived in everyday life through locally-specific cultural codes. The film shows footage a fair part of which was shot by the reseachers themselves during their field studies in Canada, Africa, Japan and the Netherlands.

Lieben Sie Kitsch?

Kulturdokumentation arte/NDR 2009/2010 (1.Sendetermin: arte 04.03.2010 21.45 Uhr)

Kitsch in seinen verschiedenen Variationen umgibt uns heute mehr denn je: vom niedlichen über den romantischen, religiösen, mondänen, pompösen Kitsch bis hin zum Heimatkitsch, Retrokitsch, Ökokitsch - das Phänomen kennt keine Grenzen. Viele genießen den Kitsch, manche können ohne ihn nicht leben, andere wiederum verabscheuen ihn geradezu. Dabei ist er längst in die Tempel der Kunst eingezogen...

Der Film will wissen: was genau ist Kitsch, worin liegt seine Kraft, und warum ist er so allumfassend präsent? Stimmt die These des Medienwissenschaftlers Jürgen Grimm, dass Kitsch imstande ist, eine Art Balsam für die Seele zu spenden, den wir besonders in Zeiten der Angst benötigen?? Derselbe Balsam lässt sich wohl besser als Narkotikum interpretieren, kontert der Londoner Konzeptkünstler Matthias Aron Megyeri. Doch seine These wiederum kann die vielen lustvollen Gebrauchsweisen des Kitsches nicht ausreichend erklären...

Zum Beispiel „Miss Weltfrieden“: Die gute Kitschfee hat Flügel und schaut einnehmend freundlich in die Welt. Wenn die Sonne scheint und die Zeit reif ist, schwingt sie sich aufs Mofa und steuert große Plätze an, um ahnungslose Menschen mit ihrem zauberhaften Lächeln zu beglücken. Während ihr übermannsgroßer Teddybär die Menschen auf dem Platz umarmt, versprüht die rosa-gerüschte Miss Weltfrieden liebreizenden Charme. Und siehe da: nicht nur die Kinder strahlen...

Zuhause angekommen, verwandelt sich die Fee mit der rosig-blonden Perücke zurück in Nane Weber (31). Vehement verteidigt die Grafikerin den Kitsch gegen seine vielen Feinde: „Wenn es mir gelingt, mit einer solchen Kitschfigur die Menschen für einen Moment glücklich zu machen, warum soll ich es nicht tun??“

Auch Aline Kominsky-Crumb liebt so manches am Kitsch. Doch in ihrem Fall handelt es sich eher um eine Hassliebe:

Einerseits schwärmt die Künstlerin für die Opulenz und Farbenpracht religiöser Souvenirs. Das pralle Rot des triefenden Blutes der Kreuzigungs-Bildchen, das liebliche Gesicht der Madonna auf einer Tasse aus Lourdes. Aline Crumb sieht mit ihren Hello-Kitty-Ohrringen und rosa Stilettos selbst aus wie eine Art Gesamtkitschwerk. Doch in der bunten Verpackung steckt eine politisch-motivierte Querdenkerin, die auch die Kehrseite des Kitsches sieht: Seinen Hang zum Pathos und zur Rührseligkeit kann sie nicht ausstehen. Außerdem seien die Hersteller religiöser Kitsch-Mitbringsel nichts als zynische Geschäftemacher, die unser aller Sehnsucht nach Rührung und Spiritualität schamlos ausnutzen würden, schimpft die Amerikanerin. Und mit Kunst habe der Kitsch absolut garnichts zu tun!

Oh doch, behauptet der Philosoph Konrad Paul Liessmann: Kitsch sei längst Kunst geworden, Avantgarde sogar! Und das sei auch kein Wunder: Schließlich könne Kitsch den meisten Menschen weit mehr bieten als der kalte Minimalismus...

So wirft der essayistische Film einen neuen Blick auf ein Phänomen, das immer noch spaltet und mehr denn je fasziniert.

Die Prinzessin von Sansibar

Historische Dokumentation mit re-enactment-Szenen, NDR/arte 2008
zu beziehen über: www.ezef.de
Sansibar, 1866: Die junge Sayida Salme, Prinzessin von Oman und Sansibar, begibt sich auf eine abenteuerliche Flucht. Weil sie schwanger ist - mit dem Kind eines Europäers. Salme konvertiert zum Christentum und heiratet den Vater ihres Kindes, einen Kaufmann aus Hamburg. In der Hansestadt beginnt die Zwangsverwandlung der orientalischen Prinzessin in eine deutsche Bürgersgattin. Doch sie ist glücklich mit ihrem Mann Heinrich Ruete. Die beiden bekommen drei Kinder in schneller Folge. Dann wird Heinrich von einer Straßenbahn überrollt. Nach seinem Tod beginnt die Odyssée der jungen Frau mit ihren drei kleinen Kindern kreuz und quer durch Deutschland – auf der Suche nach Arbeit und einem Zuhause. Obwohl Salme schon bald gut Deutsch spricht, sehen die meisten Deutschen nur „die Exotin“ in ihr, eine alleinstehende Frau aus Arabien, die den gängigen Klischées so wenig entspricht. Gerade dies nimmt man ihr übel im zunehmend xenophoben Deutschland.

Salme entdeckt das Schreiben als Mittel gegen die Einsamkeit und das Heimweh: Detailliert wie eine Ethnografin beschreibt sie ihre Kindheit am Hofe des Vaters, Sultan Said von Oman und Sansibar. Dabei vergleicht und kontrastiert sie ihre heimatliche Kultur und Religion immer wieder mit dem gesellschaftlichen und religiösen Leben, das sie in Deutschland vorfindet. Viele ihrer Beobachtungen und Vergleiche klingen heute - nach fast 150 Jahren - erstaunlich aktuell.

Im verzweifelten Wunsch zurückzukehren nach Sansibar, begeht Salme 1885 einen großen Fehler: Sie lässt sich einspannen in eine kolonialpolitische Intrige gegen ihren Bruder, den Sultan von Sansibar. Eingebettet in den historischen Rahmen der Wilhelminischen Ära, erzählt der Film die Lebensgeschichte einer der ersten Musliminnen in Deutschland.

Von Genen, Mäusen und Menschen
Langzeitdokumentation für NDR/arte 2003, 52 Min.
Ein bahnbrechendes Gen-Forschungsexperiment an eineiigen Zwillingen? Die Virologin Dorothée von Laer hat ein Gen konstruiert, mit dem sie das AIDS-Virus besiegen will. Zwei Zwillingspaare stellen sich als Versuchskaninchen zur Verfügung. Jeweils einer der Brüder ist HIV-positiv. Mit dem genveränderten Blut seines gesunden Bruders hofft er nun, die Krankheit zu besiegen. Doch es kommt ganz anders.
Das Paradies ist nur gepachtet
Dokumentation, NDR 2000, 45 Min.
Die Heidelbergerin Sibylle Riedmiller zog aus, eine Insel in Afrika zu retten. Doch ein Korallen-Biotop zu erhalten ist teuer. Zu teuer für eines der ärmsten Länder der Welt?
Mit Feuer und Flamme
Reportage, Radio Bremen 1998 - Unter deutschen Dächern, 45 Min.
Eine kleine Freiwillige Feuerwehr in der Elbmarsch hat ein ganzes Jahr lang... nichts zu tun.
Die Deutschen im Garten
Dokumentation, NDR 1996, 45 Min.
Passionierte Hobby-Gärtner in ihrem Metier: Der Luftwurzler-Freak, die Schlachterin mit dem Faible für Goethes Rosen, die Buxkugel-Fetischistin, die Bunker-Blumenfrau…
Die Wilden kommen!
Dokumentarfilm, ZDF/arte 1994, 30 Min.
Menschen ausgestellt hinter Gittern im Zoo. Die Geschichte der Hagenbeckschen Völkerschauen. Zeitzeugen berichten. Eine filmische Reflektion über Ursprünge und Wurzeln heutiger Fremdenbilder.
Die schwarze Maria
dokumentarischer Kurzfilm, NDR 1993, 15 Min.
Eine Grundschulklasse in Hamburg probt die Weihnachtsgeschichte. Ein Mädchen aus Ghana möchte gern Maria spielen. Ihre Klassenkameraden, aber auch die Lehrerin haben so ihre Schwierigkeiten mit der schwarzen Maria…
Wir hatten eine Dora in Südwest
Dokumentarfilm, 1992, 72 Min., Filmförderung Hamburg und WDR; Verleih: EZEF/ Matthias-Film Stuttgart www.ezef.de
Berlin 1907: Einflussreiche Herren aus Handel und Politik betrachten die Zu-nahme der „Mischlingsbevölkerung“ in den deutschen Kolonien als ernste Gefahr. Die weitere „Verkafferung unserer deutschen Männer in Afrika“ könne nur mit der Entsendung von deutschen Mädchen und Frauen verhindert werden. Der eigens zu diesem Zweck gegründete „Deutsch-Koloniale Frauenbund“ wird von nun an bis 1945 Tausende von gebärfähigen Mädchen und Frauen vor allem nach „Deutsch-Südwestafrika“ schicken. Sie sollen das „Deutschtum rein halten“ helfen.... Einige von ihnen leben heute noch in Namibia.
Wir machen was aus Ihnen
Experimenteller Spielfilm, 12 Min., Hamburger Filmförderung 1983
(Zusammen mit G. Strothman und A. Rupprecht)
Eine Farce über den Krieg der Geschlechter.